Das habe ich unter anderem auf meiner Agenda

Sollten Sie mich am 11. September zum neuen Bürgermeister der Gemeinde Jemgum wählen, habe ich für mich eine Agenda mit Projekten erstellt, die ich möglichst schnell umsetzen möchte. Voraussetzung hierfür ist natürlich eine Unterstützung im künftigen Gemeinderat, der ebenfalls am 11. September neu gewählt wird. Für die Unterstützung im Rat werde ich kämpfen, ebenso wie ich als Bürgermeister sinnvolle und zukunftsorientierte Projekte der Fraktionen gerne unterstützen werde. Nur Vorhaben, die auf breiten Mehrheiten stehen, haben ein gesundes Fundament. Alle hier aufgeführten Projekte sollten in einen Gesamtplan "Gemeinde Jemgum 2030" (siehe unten) einfließen. Wofür ich nicht stehe, ist Unentschlossenheit. Hier werde ich die nötige Konsequenz einfordern:

  • Offene Projekte zügig zu einem Ergebnis führen: Feuerwehrhaus Ditzum, (Bade-)See Ditzum, Schützenhaus Jemgum, Vermarktung der Pitch- und Putt-Anlage Ditzum, Campingplatz/Wohnmobilstellplatz Jemgum.
  • Für das ehemalige Ziegeleigelände in Jemgum muss ein Nutzungskonzept her, das die Gemeinde als moderne, bürgernahe und altersgerechte Kommune hervorhebt. Alle nötigen Voraussetzungen müssen hierfür geschaffen und Planungen zügig umgesetzt werden.
  • Das Ziegelei-Museum in Midlum muss erhalten bleiben - und zwar dort, wo es sich jetzt befindet. Es muss am Verhandlungstisch zwischen der Eigentümer-Familie, dem Landkreis Leer, der Gemeinde und dem Verein eine Lösung gefunden werden.
  • Bestehende Bebauungspläne (textliche Festsetzungen), Gestaltungssatzungen, und andere wichtige Satzungen, die die Entfaltung der Bürgerinnen und Bürger beeinflussen, müssen auf ihre Aktualität kontrolliert und heutigen Gegebenheiten angepasst werden.
  • Alle Vereine und Organisationen sind wichtig: Sie müssen alle in ihrer Arbeit unterstützt und gleich behandelt werden.
  • Der öffentliche Personennahverkehr muss ausgebaut und verbessert werden - und zwar entsprechend des Bedarfs in der Bevölkerung. Wichtige Busverbindungen sind zu schaffen.
  • In allen Ortschaften der Gemeinde sind Bauflächen vorzuhalten - auch für bezahlbaren Miet-Wohnraum. Denn: Nicht jede Familie kann sich ein Eigenheim leisten.
  • Die Gemeinde braucht ein modernes Marketing-Konzept, das junge Familien, ältere Menschen und Unternehmen von außerhalb anspricht. Die Gemeinde muss da präsent sein, wo diese Menschen und Firmen sind, um sie für die Gemeinde Jemgum zu begeistern. Die Menschen und Unternehmen kommen nicht von selbst. Das gilt auch für Investoren, auch nach ihnen muss aktiv gesucht werden.

Das können Sie von mir erwarten

Mein Wahlprogramm zur Bürgermeister-Wahl am 11. September 2016 ist fertig

Mein Wahlprogramm für die Bürgermeister-Wahl am 11. September 2016 in der Gemeinde Jemgum ist fertig. Ich möchte es hier an dieser Stelle für alle Interessierten noch einmal online stellen. Zugleich wird das Wahlprogramm in der Woche vom 25. bis 29. Juli als Postwurfsendung an alle Haushalte der Gemeinde Jemgum verteilt.

 

Einleitend ist im Wahlprogramm zu lesen:

 

Liebe Bürgerinnen und Bürger

der Gemeinde Jemgum,

 

es gibt drei Dinge im Leben, die wir nie verlieren sollten: Den Respekt, die Hoffnung und die Ehrlichkeit.

 

Nach diesem alten Sprichwort versuche ich, mein Leben zu gestalten. Und so möchte ich auch das Amt des Bürgermeisters der Gemeinde Jemgum gestalten. Mit dem nötigen Respekt vor anderen Menschen und ihren Meinungen, mit der Hoffnung, immer die richtige und zukunftsweisende Entscheidung zu treffen und vor allem mit der Ehrlichkeit meinen Mitmenschen gegenüber.

Am Wahlsonntag, dem 11. September 2016, bitte ich Sie um Ihr Vertrauen und um Ihre Stimme. Was die Gemeinde Jemgum braucht, ist ein Bürgermeister mit dem nötigen Biss, sich durchzusetzen, damit es voran geht, mit der notwendigen Entschlossenheit, die Dinge zum Wohle der Gemeinde zügig umzusetzen und mit dem nötigen Weitblick, die Gemeinde endlich positiv nach außen darzustellen und in die Zukunft zu führen - als eine attraktive Gemeinde, in der es sich gut leben, arbeiten und wirtschaften lässt.

Mich interessiert, was Sie bewegt: Sagen Sie es mir!

Ich habe in den vergangenen Wochen Gespräche mit einigen Vereinen, Organisationen und auch den Kirchen geführt. Leider konnte ich in der kurzen Zeit nicht überall sein. Genau das aber will ich als Bürgermeister. Ich möchte einmal im Jahr jeden Verein und jede Organisation besuchen, um zu hören, was Sie bewegt. Die Gespräche der vergangenen Wochen waren äußerst interessant und aufschlussreich. Offenbar kommt die Bürgernähe auf ganzer Breite zu kurz. Mir ist jedoch sehr wichtig, was die Bürgerinnen und Bürger über die Gemeinde denken, wie Sie zu den verschiedenen Projekten stehen und wo der Schuh drückt. Nur so kann Unmut vermieden werden. Und Sie können sich sicher sein, dass es aus jedem dieser Gespräche eine Rückmeldung geben wird, um Gerüchten vorzubeugen und um die nötige Transparenz, für die ich stehe, zu gewährleisten.

Gerne hätte ich in den vergangenen Wochen bei den vielen Gesprächen so manchem Ihrer Wünsche ein passendes Versprechen entgegengesetzt - als ausgebildeter Verwaltungsfachmann weiß ich jedoch, dass zumindest für Projekte, die den Haushalt belasten, der Gemeinderat immer das letzte Wort hat. Versprechen kann ich Ihnen allerdings schon, dass ich mich im Falle eines Wahlsieges mit ganzer Leidenschaft, mit sehr viel Engagement und mit dem nötigen Durchsetzungsvermögen den Aufgaben unserer Kommune und einer erfolgreichen Zukunft für die Gemeinde Jemgum widmen werde.

Mein Ziel: Ein Gesamtplan „Gemeinde Jemgum 2030“

Auch in der Gemeinde Jemgum nehmen die Einwohnerzahlen über die Jahre gesehen stetig ab. Unser gemeinsames Ziel muss es sein, die Gemeinde zukunftsorientiert sowie familienfreundlich und altersgerecht zu entwickeln, um dem demografischen Wandel entgegen treten zu können. Hierfür sind beste Betreuungseinrichtungen für Jung und Alt und vor allem gute Bildungsmöglichkeiten direkt in der Gemeinde von großer Bedeutung. Dabei ist Weitblick gefragt. Bereits getroffene und noch nicht umgesetzte Teilentscheidungen, aber auch künftige Beschlüsse, an denen ich mitwirke, müssen sich an einem großen Entwicklungsziel orientieren, damit sich am Ende jedes einzelne Mosaiksteinchen zu einem passenden Gesamtbild zusammenfügt. 

Genau aus diesem Grunde möchte ich die in den vergangenen Jahren getroffenen, aber nicht umgesetzten Teilplanungen zu einem Zukunftsbild zusammenführen - zum Gesamtplan 

„Gemeinde Jemgum 2030“. Hier werden die einzelnen Puzzle-Stücke aufeinander abgestimmt und zusammengeführt. Darin sollen vor allem auch die Wünsche und Anregungen der Bürgerinnen und Bürger einfließen.

Der Haushalt - abstimmen auf einen Gesamtplan

Elementarer Bestandteil eines Gesamtplans „Gemeinde Jemgum 2030“ ist der Haushalt der Gemeinde. Damit unsere Gemeinde eine Zukunft hat, ist eine positive Bevölkerungsentwicklung, aber auch der Zuzug von Unternehmen enorm wichtig. Die Gemeinde Jemgum muss gerade für junge Menschen und Familien mit Kindern attraktiv sein - dies gilt auch im Bereich des Mietwohnungsbaus. Mehr Einwohner steigern auch den Gemeindeanteil an der Einkommensteuer, mehr Firmen bringen neue, zusätzliche Gewerbesteuereinnahmen und schaffen sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze.

Die Gemeinde Jemgum gehört heute zu den 18 schuldenfreien Kommunen in Niedersachsen. Man hat die vergangenen Haushaltsjahre genutzt, um wichtige Sanierungen, zum Beispiel an den Schulen, vorzunehmen. Dennoch ist der Haushalt geprägt durch größte Vorsicht, aus Angst, die Steuereinnahmen könnten wegbrechen. Vorsicht ist zwar richtig. Aber Angst lähmt grundsätzlich alles. Wichtige Entscheidungen, wie das Feuerwehrhaus in Ditzum, der „angefangene“ (Bade)-See in Ditzum, ein möglicher Campingplatz/Wohnmobilstellplatz in Jemgum, das Schützenhaus in Jemgum, die Nutzung des Geländes der ehemaligen Ziegelei in Jemgum oder zahlreiche andere Projekte, auch im Tourismus, wurden nur teilweise an- und dann auf die lange Bank geschoben, oder wie die Pitch- und Putt-Anlage in Ditzum zwar geplant, aber dann nicht vermarktet. All diese Teilentscheidungen möchte ich mit Ihren und auch meinen Vorstellungen von der Zukunft unserer Gemeinde zu einem stimmigen Gesamtbild zusammenführen, das dann nach und nach mit mutigen Entscheidungen über den Haushaltsplan umgesetzt wird.

Landwirtschaft - Naturschutz

Für mich hat die Landwirtschaft einen sehr hohen Stellenwert. Ist die Gemeinde Jemgum doch stark landwirtschaftlich geprägt. Ebenso messe ich dem Naturschutz eine große Bedeutung bei. Landwirtschaft und Naturschutz widersprechen sich in meinen Augen auch nicht. Wenn es jedoch um den Naturschutz geht, bin ich für ein verträgliches Maß „mit Middelschkott in‘t Nös“. 85 Prozent der gesamten Gemeindefläche sind inzwischen als Europäisches Vogelschutzgebiet bzw. als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen. Weitere zig Hektar sind durch eine Naturschutzgebietsverordnung oder Kompensationsmaßnahmen belegt. An dieser Stelle mahne ich zur größten Vorsicht, damit die Gemeinde und vor allem auch die Landwirtschaft nicht handlungsunfähig werden. Darauf werde ich sehr achten! Und auch hier gilt es, die Interessen der Landwirtschaft und die des Naturschutzes mit den Entwicklungszielen in dem Gesamtplan „Gemeinde Jemgum 2030“ zusammenzuführen.

Passender Raum für Einwohner und Firmen

Wie ich schon an anderer Stelle sagte, ist der Zuzug gerade junger Familien mit Kindern für die Gemeinde Jemgum in den kommenden Jahren enorm wichtig - auch für die Entwicklung der Finanzen. Darum sind in allen Ortschaften ausreichend Bauflächen zur Verfügung zu stellen. Dies gilt sowohl für den Bau von Einfamilienhäusern, dies gilt vor allem aber auch für den Bereich der Mietwohnungen. Denn die stehen in der Gemeinde nicht in ausreichender Zahl zur Verfügung. Nicht jede junge Familie und auch nicht alle älteren Menschen können sich einen Neubau leisten. Hier gilt es, einen Teilplan zu erstellen, der sich dann wiederum zukunftsorientiert als ein Mosaikstein in den Gesamtplan „Gemeinde Jemgum 2030“ einfügt.

Für sehr wichtig halte ich dabei auch die Planungen für das ehemalige Ziegeleigelände Reins in Jemgum. Hier kann ich mir viele Nutzungsmöglichkeiten vorstellen, vom Wohnbereich über Freizeit und Kultur bis hin zu einer Art neuem Dorfzentrum, in dem sich alle Generationen wiederfinden. Wichtig ist nur, dass die Planungen für diesen Teilbereich fortgeführt werden und sich zu einem stimmigen Bild in einem Gesamtkonzept einpassen.

 

Die Bedeutung des Gewerbes habe ich bereits an anderer Stelle unterstrichen. Unerlässlich ist, dass sich die Gemeinde Jemgum als attraktiver Standort für Unternehmen präsentiert und entsprechende Flächen bereithält. Günstige Grundstücke sind dabei ebenso wichtig, wie ein zukunftsweisendes Breitbandnetz. Gerade das Gewerbegebiet „Am Emstunnel“ muss konsequent weiterentwickelt und vermarktet werden. Neue Unternehmen bringen zusätzliche Gewerbesteuer, sie schaffen vor allem aber auch Arbeitsplätze in der Gemeinde.

Breitbandausbau und moderne Kommunikationswege

Der Breitbandausbau in der Gemeinde Jemgum ist zwar gut vorangeschritten, jedoch müssen wir uns auch hier auf die nächsten Entwicklungen vorbereiten. Stillstand bedeutet hier Rückschritt. Der Breitbandausbau ist ein entscheidender Faktor, wenn es um neue Einwohner und neue Firmen geht. Einher mit der weiteren Digitalisierung gehen für mich auch neue Kommunikationswege in der Verwaltung. Das Internet ist schon heute eine ganz entscheidende Marketing-Plattform. Außerdem sollten die Bürgerinnen und Bürger in der Lage sein, sich online mit der Verwaltung in Verbindung zu setzen und schnelle Antworten auf Anliegen zu bekommen. Alle wichtige Anträge müssen künftig auch online zur Verfügung gestellt werden. All das ist Teil meines Gesamtplanes „Gemeinde Jemgum 2030“.

Das Ehrenamt schätzen und würdigen - als Teil unseres Zusammenlebens

Gerade die sogenannten „weichen Faktoren“ spielen für das Zusammenleben in einer Gemeinde eine besonders wichtige Rolle. Eine funktionierende Gemeinschaft, gegenseitiger Respekt, ein funktionierendes Vereinsleben und großes ehrenamtliches Engagement zeichnen die Gemeinde Jemgum bereits jetzt aus. Gerade darum ist es mir ein besonderes Anliegen, das Ehrenamt und das Vereinsleben zu fördern sowie dieses gesellschaftliche Engagement durch entsprechende öffentliche Anerkennung auch zu würdigen. Ein besonderes Augenmerk werde ich dabei auch auf die Gleichbehandlung aller Vereine, Organisationen und ehrenamtlich Tätigen legen.

Die Gemeinde Jemgum ist so lebenswert! Warum erzählen wir es nicht?

Die Gemeinde Jemgum hat so viele Vorzüge. Hier lässt es sich gut leben und wohnen! Hier werden älteren Menschen oder jungen Familien ebenso gute Voraussetzungen geboten, wie Unternehmen, die nach Standorten suchen. Sicherlich hat man nie das Optimum erreicht und es gibt auch noch einiges zu tun. Aber auf das, was die Gemeinde zu bieten hat, darf man auch stolz sein - und man darf vor allem offen darüber reden. Auch die Gemeinde Jemgum ist von den Folgen des demografischen Wandels betroffen. Der Zuzug junger Familien ist nötig. Um die Abhängigkeit im Bereich Gewerbesteuer von einem Unternehmen aufzufangen, sind neue Betriebe nötig. Wichtige Projekte brauchen verlässliche Investoren. All das findet sich aber nicht von selbst. Die Zeit ist reif für neue Wege - für eine neue Außendarstellung der Gemeinde Jemgum, für ein neues Marketing. Es gilt, den Gesamtplan „Gemeinde Jemgum 2030“ offensiv nach außen zu vermarkten. Erzählen wir endlich, wie lebenswert unsere Gemeinde ist! 


Jemgum: Zahl der Einwohner nimmt stetig ab

Von Hans-Peter Heikens – Juli 2016

Die Übersicht gleich vorne im Haushaltsplan 2016 der Gemeinde Jemgum macht es deutlich: Die Zahl der Einwohner nimmt seit zehn Jahren kontinuierlich ab. 2006 hatte die Gemeinde Jemgum noch 3705 Einwohner, am Ende 2015 waren es noch 3540 Einwohnerinnen und Einwohner. Bei der Volkszählung im Mai 1987 wurden in der Gemeinde Jemgum 3972 Einwohner registriert. Die Grafik macht diese Entwicklung sehr deutlich.

 

Das heißt: Der demografische Wandel hat auch die Gemeinde Jemgum „erwischt“. Gleichzeitig steigt der Altersdurchschnitt in der Bevölkerung weiter an. 

 

Was ist zu tun?

 

Um den Auswirkungen des demografischen Wandels entgegen zu wirken, muss die Gemeinde tätig werden. Das hat sie in den vergangenen Jahren auch bereits getan. Der Schlüssel ist die Infrastruktur innerhalb der Gemeinde. Das beginnt im Bereich Bildung wie Kindergärten und Schulen, setzt sich fort über Neubaugebiete und reicht hin bis zu touristischen Einrichtungen und Gewerbegrundstücken. In all diese Bereiche wurde in den vergangenen Jahren investiert. Möglich wurde dies vor allem durch die enormen Gewerbesteuereinnahmen – die vor allem aus dem Gaskavernen-Bereich stammen. Die ehemalige Bedarfszuweisungsgemeinde hat sich zu einer Gemeinde mit einem ausgeglichenen, gesunden Haushalt entwickelt.

 

Und doch zeigen die Maßnahmen keine Auswirkungen

 

Trotz dieser Maßnahmen, die ohne Zweifel richtig waren, passiert nichts. Die Bevölkerungsentwicklung ist weiterhin negativ. Der Grund hierfür ist die Außendarstellung der Gemeinde. Es reicht nicht aus, gute Dinge zu tun, um sich dann im Stuhl zurückzulehnen. So erfährt niemand von der guten Infrastruktur in der Gemeinde. Ein altes Sprichwort sagt „Tue Gutes und rede darüber“. Genau das passiert hier in Jemgum gar nicht. In meinen Augen verkauft sich die Gemeinde nach außen sehr schlecht. Wenn ich von „außen“ rede, dann meine ich vor allem alles, was jenseits der Ems und der A31 liegt. Da sind die jungen Familien, die nach einem Grundstück suchen, die wissen wollen, wie die Kindergartensituation vor Ort ist, wie die Schulsituation aussieht und wo die Arbeitsplätze sind. Die Gemeinde Jemgum hat so viele Vorzüge – nur niemand kennt sie. Jemgum muss sich besser darstellen. Ich habe an anderer Stelle schon gesagt, dass ich eine Gemeinde heute mehr denn je als Dienstleistungsunternehmen sehe. Eine sehr elementare Dienstleistung ist meines Erachtens das Marketing. Die Gemeinde sollte hier neue Wege beschreiten, um junge Familien für sich zu gewinnen, um aber auch Gewerbebetriebe auf sich aufmerksam zu machen. Hier ist ganz dringend ein Konzept nötig, das ich gerne sofort in Angriff nehmen und vor allem auch schnellstmöglich umsetzen möchte.


Demografischer Wandel: "Wohlfühlcharakter" schaffen

Von Hans-Peter Heikens - März 2016

Wie ich bereits in meinem Beitrag vom Februar 2016 erläuterte, geht auch an den Kommunen im Landkreis Leer der demografische Wandel nicht vorbei. Ich möchte mir darum an dieser Stelle weitere Gedanken machen, wie man politisch diesem Wandel entgegen wirken kann und sollte. Dabei fiel mir vor einigen Wochen eine Umfrage des SPD-Ortsvereins Jemgum auf, die für mich eine enge Verknüpfung zwischen dem Wunsch von Einwohnern einer Gemeinde und den Aufgaben der Politik, dem demografischen Wandel entgegenzutreten, aufzeigt. Wenn ich das Ergebnis der Umfrage und die vielen Punkte zusammenfasse, die dort von Einwohnern aus der Gemeinde Jemgum genannt wurden, dann komme ich zu einem Ergebnis, das m.E. hervorragend zu dem passt, was den demografischen Wandel im Kern trifft. Politisch gesehen ist die Aufgabenstellung ganz klar: Es muss in den Gemeinden für die Einwohnerinnen und Einwohner ein "Wohlfühlcharakter" geschaffen werden. Denn nur dort, wo sich Menschen und Firmen wohlfühlen, lassen sie sich auch "nieder" - dort wollen sie auch sein. Das gilt für Jung und Alt ebenso wie für den gesamten wirtschaftlichen Bereich.

 

In einer Kommune, in der die äußeren Rahmenbedingungen für das dörfliche Miteinander und für ein Wohlfühl-Umfeld passen, wollen Menschen gerne wohnen und Firmen gerne wirtschaften. Ich möchte aus der SPD-Umfrage einen Punkt beispielhaft aufgreifen: Bauen und Wohnen. Die Befragten äußern ganz klar den Wunsch nach mehr Baugebieten, nicht nur in Jemgum selbst, sondern auch in den anderen Ortsteilen. Darüber hinaus ist aber auch der Wunsch nach der Erhaltung der historischen Ortskerne groß. Das bedeutet für die Politik, dass der Blick nicht nur auf die Ausweisung neuer Baugebiete mit bezahlbaren Grundstücken gerichtet werden sollte, sondern auch auf die Sanierung von vorhandener Bausubstanz innerhalb der Ortschaften. Auch hier sind Förderungen möglich, die den Kostenrahmen für private Interessenten in einem überschaubaren Rahmen halten. Beispielsweise fördern die KfW, aber auch das Land Niedersachsen die altersgerechte und auch die energetische Sanierung von vorhandener Bausubstanz. Man muss dies nur öffentlich machen und bei entsprechenden Anfragen Hilfestellung geben - auch wenn dies nicht vorrangig Aufgabe einer Kommune ist. Aber die Kommune sollte ein großes Interesse an der Erhaltung und Sanierung ihrer Ortskerne haben und darum Hilfestellung geben.

 

Die Freizeitmöglichkeiten in einer Gemeinde sind sowohl für junge Familien mit Kindern als auch für Senioren ein sehr wichtiger Punkt bei der Frage, wo man sich wohl fühlt. Sei es nun der Minigolf-Platz, das Kulturzentrum, Museen, der Jugendtreff oder auch Cafés und Gastronomie allgemein: Freizeit spielt in unserer Gesellschaft eine enorm wichtige Rolle. Gerade darum sollten Kommunen wie die Gemeinde Jemgum Sorge dafür tragen, dass dieser Bereich ausreichend gefördert wird. Die Suche nach Investoren ist hier ebenso wichtig wie Verhandlungen beispielsweise mit potenziellen Gastronomen. 

 

Dem demografischen Wandel entgegen zu treten ist, wie man allein an diesen wenigen Beispielen, die Menschen aus der Gemeinde Jemgum selbst genannt haben, ein enorm breites Feld, das in beinahe alle Lebensbereiche hineinreicht. Es ist aber eine Aufgabe, die gerade in den kommenden Jahren für die Gemeinden enorm wichtig ist - auch wenn die Haushaltsmittel hierfür nicht üppig ausfallen und den Kommunen selbst meist nur wenig Spielraum bleibt. Gerade darum ist es m.E. so enorm wichtig, dass die Gemeinden hier eine Art Vermittlerrolle übernimmt, Visionen entwickelt und dann nach möglichen Fördermitteln einerseits und nach potenziellen Investoren andererseits sucht, um beides zusammenzuführen. 


Der demografische Wandel beschäftigt mich

Von Hans-Peter Heikens - Februar 2016

Seit einigen Jahren beschäftigt mich der demografische Wandel in unserer Gesellschaft. Ausgelöst wurde das Interesse durch meine Lebenszeit in Osterode am Harz. Osterode erlebt seit Jahren einen enormen demografischen Wandel mit all den Auswirkungen für sämtliche Lebensbereiche. Zufällig kenne ich Osterodes Bürgermeister Klaus Becker und ich habe mich einige Male mit ihm über das Thema ausführlich unterhalten können. Becker sagt ganz einfach, dass die Gestaltung des demografischen Wandels und seiner Folgen für die Stadt Osterode eine Daueraufgabe darstellt, die Zeit aber auch Ressourcen kostet. Becker selbst arbeitet gemeinsam mit den Ratsgremien an einer Strategie, den Folgen zu begegnen und die Potenziale im Wandel zu entdecken und zu fördern.

 

Nachdem ich im September 2015 mit meiner Frau zurück nach Ostfriesland gezogen bin, begann ich, mich mit dem demografischen Wandel in Ostfriesland zu befassen. So geht beispielsweise auch am Landkreis Leer der demografische Wandel nicht vorbei. Bereits bis zum Jahr 2030 soll nach einer Prognose des Kreises der Anteil der 65- bis 79-Jährigen im Vergleich zum Jahr 2009 deutlich ansteigen (2009 waren es noch 24.810, 2030 sollen es 34.650 sein). Diese Entwicklung setzt sich demnach auch in der Altersgruppe der über 80-Jährigen fort (2009 = 7350; 2030 = 13.740). Im gleichen Zeitraum sollen nach den Berechnungen des Landkreises in den „jungen Jahrgängen“ die Zahlen gegenüber 2009 bis 2030 deutlich fallen. Sehr deutlich macht dies die s.g. „Bevölkerungspyramide“ des Landkreises Leer. Der Anteil der älteren Menschen steigt deutlich an, während die Zahl der jungen Menschen sichtbar schrumpft – sowohl bei Männern wie bei Frauen.

 

Diese Entwicklung wird sich leider auch in meiner Heimat in den kommenden Jahren auf alle Bereiche des Lebens auswirken – auf die Bildung ebenso wie auf die Siedlungsentwicklung, die Arbeit und Wirtschaft, die Mobilität innerhalb der Kommunen, die Kultur und die soziale Infrastruktur. Nach dem Motto „Währet den Anfängen“ müssen sich Kommunen heute frühzeitig mit den Folgen des demografischen Wandels beschäftigen.

 

Wichtig sind meines Erachtens

  • attraktive Standortbedingungen für Unternehmen
  • attraktive Baugrundstücke und eventuell eine kommunale Förderung beim Kauf von Grundstücken oder auch Immobilien
  • die Erhaltung und sogar der Ausbau an Kindergärten, Schulen und Bildungseinrichtungen
  • ein attraktives und gut funktionierendes Öffentliches-Personennahverkehrs-System
  • touristische Anreize und Marketingaufgaben (zufriedene Gäste können auch neue Einwohner werden)
  • die Förderung von Freizeitangeboten für Jugendliche, beispielsweise durch Unterstützung örtlicher Vereine
  • die Förderung örtlicher, kultureller Einrichtungen


Eine entscheidende Rolle spielt meines Erachtens auch der Bereich Digitalisierung. Und hier meine ich die

  • Digitalisierung der Verwaltungen einerseits und den
  • Breitbandausbau andererseits

 

Rathäuser sollten m.E. heute mehr denn je auch „digital“ erreichbar sein. Wer also seinen Hund anmelden möchte, nach einem Bauplatz oder einem Gewerbegrundstück sucht, wer einen Termin im Sozialamt oder dem Ordnungsamt vereinbaren oder den Bürgermeister erreichen möchte, sollte dies über das Internet erledigen können. Aus Erfahrung aus meinem eigenen Online-Marketing-Unternehmen weiß ich zudem um die Bedeutung von Suchmaschinenoptimierung von kommunalen Websites sowohl für potenzielle Touristen als auch für die Einwohner selbst.

 

Der Breitbandausbau greift wiederum sehr stark in die Entscheidungsfindung von Unternehmen aber auch von jungen Familien ein, für welche Kommune man sich als Standort oder Wohnort entscheidet. Kommunen, die bei schnellen Datenleitungen den Anschluss verpassen, geraten m.E. über kurz oder lang ins Hintertreffen.

 

Ich möchte mich auch in Zukunft an dieser Stelle weiterhin mit den Facetten des demografischen Wandels in meiner Heimat beschäftigen, und werde das sicherlich mit dem ein oder anderen Beitrag noch tun.  

Kommentare: 2
  • #2

    williams (Samstag, 08 Oktober 2016 16:35)

    Hallo
    Ich bin ein Mann von Französisch Nationalität Politiker mit finanziellen Forderungen zu tun oder kurz- und langfristigeInvestition Privat von 5.000 € im Bereich von 80 Mio. € für jeden ernst, zuverlässig und ehrlich wollen, um ein Darlehen zu machen. Mein Zinssatz variiert von 2% bis 3%, abhängig von der Kreditbetrag und die Dauer der Rückfluss von Mitteln als besonders möchte ich nicht die Wuchergesetz zu verletzen.

    Bitte kontaktieren Sie mich (williamsdubois42@yahoo.fr) für die Zukunft.

  • #1

    Seebär (Mittwoch, 13 Juli 2016 20:02)

    Kein Wunder wenn die Bevölkerung schwindet. Wer möchte denn in einem Ort wohnen wo es kein Geschäft,keine Gaststube,keine Post,keinen Lebensmittelladen,keinen Bäcker,keinen Schlachter etc,etc gibt.Wer fühlt sich denn wohl zwischen all den Fremden und Zugezogenen(die alles besser wissen)? Wer mag da leben wo es keinen ansässigen Arzt gibt? Wer mag weite Wege zur Arbeit oder zum Einkaufen tätigen?Es gibt noch viele Argumente,die ein Fortziehen der Bevölkerung forciert..da helfen auch keine Sprüche eines Bürgermeisters! Der momentane konnte nicht die Sparkasse oder die Post hier in Ditzum zum Bleiben bewegen.Gemeinde Jemgum:nein danke